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Autor Thema: Villanelle  (Gelesen 1437 mal)

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Offline islandmohn

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Villanelle
« am: 08. Juli 2012 - 14:48:53 »
Villanelle


Das Wenige was ich (für mich verwertbar) zur Villanelle finden konnte, möchte ich auf Anregung von Wolfsskin ins Forum stellen.

Als Quellen nutzte ich im Internet:
-   Wikipedia
-   Leselupe
-   Dichterplanet
Und
-Lyrik nervt von Andreas Thalmayer
  Carl Hanser Verlag München Wien 2004

Villanelle, ich finde ihren Namen klangvoll, kein Wunder, handelt es sich doch ursprünglich um eine italienische ländliche Volksweise aus dem 16. Jahrhundert. (villanus = lat. bäuerlich)
Es gibt zahlreiche Varianten dieses Strophenliedes, die durch den Musiker Jacob Regnart nach Deutschland gelangte.

Die deutschen Villanellen bestehen häufig aus einer Folge von dreizeiligen Strophen, die über alle Strophen mit zwei Endreimen auskommen müssen. Das ist ganz schön schwer, da man eine Reihe von gleichen Reimworten benötigt.
Sie aber verleihen dem Villanellegedicht den ganz eigenen Klang.

In den angegebenen Quellen fand ich den Hinweis, dass auch fünf – und achtzeilige Strophen vorkommen und es zur üblichen Reimfolge auch Abweichungen gibt.
Dazu habe ich aber kein einziges Beispiel finden können.

Am gebräuchlichsten wird in folgender Form wie angegeben gereimt:
-   fünf Dreizeieler
-   und ein Quartett

Die Dreizeiler werden aba gereimt.
Dabei wiederholen sich die erste  und dritte Zeile des ersten Dreizeilers in den darauf folgenden Strophen nach dem Schema:
-   die erste Zeile des ersten Dreizeilers wird die Schlusszeile des zweiten Dreizeilers
-   die dritte Zeile  des ersten Dreizeilers  wird die Schlusszeile des dritten Dreizeilers

Dieser Wechsel zieht sich durch alle Strophen, ich werde es am Gedichtbeispiel farbig kennzeichnen.

Beim Quartett bilden die erste und die dritte Zeile des ersten Dreizeilers die beiden Schlusszeilen und muss abaa gereimt werden.
Es klingt viel verwirrender als es ist!!!

Als Beispiel meine erste Villanelle:

Hundehäufchen

Hundehaufen sich gekonnt platzieren,
schimmern braun auf Wegen und im Gras,
Minen animieren zu probieren.

Kannst um sie herum, hindurch flanieren,
je nach Lage, mal versteckt, mal blass,
Hundehaufen sich gekonnt platzieren.

Schuhe lassen herrlich sich beschmieren,
Freude kommt da auf und Höllenspaß,
Minen animieren zu probieren.

Mancher lässt sich schnell davon frustrieren,
sind die Häufchen, Würstchen klitschig  nass,
Hundehaufen sich gekonnt platzieren.

Fallen Flocken, es beginnt zu frieren,
Braunes färbt sich, wird zu Glitzerglas,
Minen animieren zu probieren.

Weiß wie Schnee, was Hunde nun verlieren,
Formenvielfalt ohne Unterlass,
Hundehaufen sich gekonnt platzieren,
Minen animieren zu probieren.


Na dann, wer ’s mag, viel Spaß beim Ausprobieren!
Helga


Alle Kraft, die wir fortgeben, kommt erfahren und verwandelt wieder über uns.
Rilke

 


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